Was ist Gesundheit?

 

Gesundheit,

 

ist ein mehrdimensionaler dynamischer Prozess, welcher unter Berücksichtigung der Ressourcen des einzelnen Menschen, stark variiert.

 

Die bekannteste Definition von Gesundheit, formulierte im Jahr 1946 die Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgendermaßen:

 

„Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen."

 

Diese Definition ist jedoch zu einseitig und spricht aus komplementärer Sicht, die Einzigartigkeit jedes einzelnen Menschen sowie, seine persönliche Lebenssituation, von vorneherein ab.

 

Ganzheitlich betrachtet, ist ein Mensch somit niemals "ganz gesund" und auch niemals "ganz krank".

 

Grundsätzlich ist das Verständnis und Wissen, über die Ursachen der Entstehung oder Entwicklung einer Erkrankung von großer Wichtigkeit.

 

Neben einer genetisch-familiär bedingten Disposition umfasst auch eine die Persönlichkeitsstruktur betreffende Disposition des einzelnen Menschen,

sowie seine daraus resultierende Verarbeitungsvariante, den weiteren Entwicklungsverlauf seiner Gesundheit.

 

Begleitend sind, ebenfalls sein soziales Lebensumfeld sowie die Befriedigung von Grundbedürfnissen außerordentlich wichtig:

 

 

die 5 Stufen der Bedürfnispyramide

 

 

 

  • Ø  physiologische Bedürfnisse:

 

Atmung, Schlaf, Nahrung, Wärme, Gesundheit, Wohnraum, Kleidung, Sexualität, Bewegung

 

  • Ø  Sicherheit:

 

Recht und Ordnung, Schutz vor Gefahren, festes Einkommen, Absicherung, Unterkunft

 

  • Ø  Soziale Bedürfnisse:

 

Familie, Freundeskreis, Partnerschaft, Liebe, Intimität, Kommunikation

 

  • Ø  Individualitätsbedürfnisse:

 

Höhere Wertschätzung durch Status, Respekt, Anerkennung (Auszeichnungen, Lob), Wohlstand, Geld, Einfluss, private und berufliche Erfolge, mentale und körperliche Stärke

 

  • Ø  Selbstverwirklichung:

 

Individualität, Talententfaltung, Perfektion, Erleuchtung, Selbstverbesserung

 

  

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Defizitbedürfnisse und unstillbare Bedürfnisse

 

Die unteren drei Stufen in der Pyramide (und auch Teile der vierten) nennt man auch Defizitbedürfnisse.

 

Diese Bedürfnisse müssen befriedigt sein, damit man zufrieden ist, aber wenn sie erfüllt sind, hat man keine weitere Motivation diese zu befriedigen (wenn man nicht mehr durstig ist, versucht man beispielsweise nicht mehr zu trinken).

 

Unstillbare Bedürfnisse können demgegenüber nie wirklich befriedigt werden.

 

Diese treten auf der fünften Stufe auf, teilweise aber auch schon auf der vierten. 

 

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um eine günstige Positionierung in Richtung Gesundheit zu erreichen, sollten demzufolge gesundheitliche Anteile gefördert werden.

 

 

Was bedeutet das?

 

 

Damit ist eine aktive Reduzierung von Risikofaktoren gemeint, z. B.:

 

  • Ø  Reduktion von Stress

 

 

Wie?

 

ü  Förderung von Schutzfaktoren

 

ü  Erlernen von Stressbewältigungsstrategien

 

ü  Harmonisierung von Umwelteinflüssen

 

ü  Achtsamkeitstraining

 

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Weitere Definitionen

 

Nach dem Soziologen Talcott Parsons:

 

Gesundheit ist ein Zustand optimaler Leistungsfähigkeit eines Individuums, für die wirksame Erfüllung der Rollen und Aufgaben für die es sozialisiert (Sozialisation = Einordnungsprozess in die Gesellschaft, Normen- und Werteübernahme) worden ist.

 

Nach Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie 1997:

 

Gesundheit wird als mehrdimensionales Phänomen verstanden und reicht über den „Zustand der Abwesenheit von Krankheit“ hinaus.

 

Nach Monika Krohwinkel, 1992:

 

Krankheit und Gesundheit sind „dynamische Prozesse“, die für die Pflege als Fähigkeiten und Defizite erkennbar sind. (Krohwinkel identifiziert Wohlbefinden und Unabhängigkeit als subjektiv empfundene Teile der Gesundheit.)

 

Eine pflegerische Definition von Gesundheit (Reinhard Lay, 1997/2004):

 

Gesundheit bedeutet eine zufriedenstellende Entfaltung von Selbstständigkeit und Wohlbefinden in den Aktivitäten des Lebens.

 

Aus der Entwicklungspsychologie:

 

Der Begriff von Gesundheit bleibt nach I. Seiffge-Krenke (in Rolf Oerter/Leo Montada; S. 836) bei Kindern und Jugendlichen abstrakt. Sie begreifen den Zustand eher in negativer Abgrenzung von Krankheit. Psychische Bestandteile der Gesundheit ("keine Sorgen haben") sind aber im Jugendalter bereits wichtige Bestandteile des Begriffes. Doch auch im Erwachsenenalter bleibt Gesundheit schwerer zu erläutern als die Krankheit.

 

Hurrelmann (1997) definiert Gesundheit als:

 

„ Zustand des objektiven und subjektiven Befindens einer Person, der gegeben ist, wenn diese Person sich in den physischen, psychischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung im Einklang mit den eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den jeweils gegebenen äußeren Lebensbedingungen befindet.“

 

Quelle: wikipedia